Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt. (Jorge Louis Borges)

Freitag, 11. November 2011

Seminarwoche Fsj 2 Resümee

Dieses Mal ging es nach Einbeck: nicht ganz so viel Einöde, nicht ganz so strenge Regeln und nicht ganz so bekloppte Menschen ... 
Als ich ankam und in die Gesichter der Gestalten blickte, die sich alle bereits vom letzten Seminar kannten, fühlte ich mich fremd, unerwünscht und einsam. Doch mit der Zeit und den kommenden Gesprächen ging es immer besser. Niemand nahm Anstoß an meinem etwas alternativen Kleidungsstil und ich fand sogar gleichgesinnte sowohl im Musik- als auch im Buchbereich - wenngleich auch letzteres nur auf die erwachsenen Leiter bezogen ist. Meine derzeitige Lektüre bestand übrigens aus Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt" sowie ein sehr schönes und bibliophiles Buch einer Französin it dem schlichten Titel "Mathilde und der Duft der Bücher".
Inhaltlich war das Seminar von Themen wie Autismus, Epilepsie, Blindheit und Trisomie 21 (Down-Syndrom) regiert ... alles sehr spannend nur wieder überhaupt nicht in meinem Sprachheil-Kindergarten von Relevanz. Dafür durfte ich das nächste Seminar mitplanen und dank meines Einsatzes wird dann im März 2012 über psychische Krankheiten referiert. Dazu gehören unteranderem diverse Süchte, aber auch Zwänge und Tics - sehr spannend!

Fazit:
Sehr zu Kämpfen hatte ich mal wieder mit meinem Heimweh .. zu Hause ist es doch am schönsten! Aber die Woche ging Gott sei Dank schnell rum und ich bin ehrlich gesagt schon sehr gespannt auf das kommende Seminar.


Jimmy

Mittwoch, 2. November 2011

[1Q84 Teil 3] Leserunde: Kap.7 bis 11

Die letzten Kapitel haben mir eindeutig besser gefallen, als der Anfang des Buches. Es ging viel schneller und spannender zur Sache .. also komme ich jetzt auch schnell zur Sache und zwar zu den drei Fragen, die die Klappentexterin auf Reading Murakami veröffentlicht hat.


1. Aomame ist schwanger, obwohl es rein biologisch unmöglich ist, wie sie der alten Dame am Telefon berichtet. Was ist passiert? 

 Puh .. das ist so ziemlich die schwierigste Frage, die ich mir beim Umblättern der Seiten auch gestellt habe. Allein der  typisch murakamische Stil volller Geheimnisse würde eine Rechtfertigung  für diese unbefleckte Empfängnis in sich bergen. Aber mir kommt besonders Aomames Vermutung, dass Tengo der leibliche Vater ihres Kindes sein soll, sehr spanisch vor. Eher hätte ich den ermordeten Leader als Verantwortlichen enttarnen wollen, weil es meiner Meinung nach eine recht interessante Entwicklung sein muss, wenn sich herausstellt, dass die little people auf einmal ihr Kind deswegen wollen, weil es der Nachfolger und somit der nächste Leader ist ... ich sage: abwarten was kommt !


2. Tengos Bekanntschaft mit der Schwester Adachi finde ich beim weiteren Fortschreiten der Nacht rätselhafter. Vieles weiß sie aus dem Buch „Die Puppe aus Luft“ und doch erzählt sie unheimliche Dinge, von denen eine normale Leserin nichts wissen kann. Entspringen diese Tatsachen aus dem vernebelten Kopf einer jungen Frau, die Haschisch geraucht hat? Verlassen Kumi Adachi und Tengo dadurch den wirklichen Raum und finden sich geistig schwebend woanders wieder?

Adachi halte ich ebenso wie Aomame für ein unglückliches Kind, das ehemals in den Fängen einer Sekte gefangen war. Vielleicht gehörte sie früher tatsächlich zu den Vorreitern und hat ihre Informationen unbwusst daher. Die folgende Szene würde ich aus wissenschaftlicher Sicht in einen Zustand des absoluten Drogenrausches einordnen. Allerdings halte ich es in Bezug auf die Geschichte für wahrscheinlicher, dass sich hier Realität und Fiktion ein weiteres Mal verschoben und ineinander verschränkt haben. Die Grenzen verwischen zusehends, nicht nur bei Aomame sondern auch bei Tengo. Der ominöse NHK-Mitarbeiter ist übrigens sicher auch Teil dieser doppelbödigen Verschiebung.


3. Jetzt noch eine Frage zu Aomame. Seit sie im Versteck lebt, hat sie zum ersten Mal deutliche und realistische Träume. Was hat es damit wohl auf sich?

Mein schlichter Interpretationsansatz : Ich vermute, dass sie sich mehr Abschottung von der Welt da draußen zumutete, als sie ertragen konnte. Inzwischen ist vorallem die Sehnsucht nach einem bestimmten Menschen - Tengo - so groß, dass sie sich die Realität (die sie in dieser engen abgeschlossenen Wohnung nicht erleben kann) in den Träumen ersucht.

 

 

 

 Die Jimmy